Der Körper, wie der Sumpf, ist ein Ort der Widersprüche. Interner Konflikt, geerbtes Trauma und ausgefranste Nervensysteme sind mit physiologischen Fähigkeiten für Sensibilität, Genuss und Erneuerung verwoben. Der Körper ist ebenso ein Gefäß, in dem es sich genießen, aber eben auch sterben lässt. Sümpfe erinnern daran, dass Körper nicht der traditionellen Definition von Fruchtbarkeit entsprechen müssen, und dass die Abweichungen von der Norm als trivial oder sogar gefährlich erachtet werden.

Es gibt Aspekte der Sumpfökologie, deretwegen wir dort bleiben wollen, mit dem Gesicht nach unten im Schlamm. Sümpfe sind Gärungsgruben für die Abfälle der Erde, einschließlich giftiger Abflüsse kapitalistischen Ursprungs und der Urbanisierung—wir können das nachempfinden. Fähigkeiten wie Konservierung und Versteinerung gelten als weniger wertvoll als Wachstum und Produktion, und deshalb werden sie herabgewürdigt. Wir leben in diesen Anzügen aus Fleisch, und ihre Lebenszyklen fördern eine menschliche Beziehung zur Zeit, aber indem es in der Zeitlandschaft des Sumpfes sitzt, verlangsamt Coven Berlins ›Somabog‹ die Dinge. Dieses immersive Performanceformat schafft die Bedingungen für intensives Zuhören, somatische Ausgrabungen, die Dekolonisation der Abstammungslinien körperlicher Praktiken und das Eintauchen in den tiefen Rhythmus der reproduzierenden Arbeit. Die Veranstaltungen dauern lang, es gibt Betten im Raum, und angeleitete Meditationen helfen euch, torfige Teile eures somatischen Körpers zu finden, die ihr sonst vielleicht nicht erkennen würdet. In der Hektik der Berlin Art Week gibt ›Somabog‹ reichlich Zeit, der Poetik eurer gelebten Erfahrung, eurem Körper und der Art, wie ihr diesen bewohnt, zu begegnen.


Programm: 

Do 16 SEP 2021
19—21 Uhr
Ambient DJ-Set von MINQ 
(ohne Anmeldung)

Fr 17 SEP 2021
11—15 Uhr
Slow Transitions: Workshop von Natal Igor Dobkin
Sprache: Englisch
(Anmeldung unter hello@covenberlin.com)

Sa 18 SEP 2021
15—21.30 Uhr
›Ocean‹: Ein System von Daniela Bershan in Kollaboration mit Deborah Birch, Sara Leghissa, Sabrina Seifried. Aufgeführt und angeleitet von Daniela Bershan, Sara Leghissa, Kate McIntosh und Sabrina Seifried. 
Drop-by-Dauerperformance (ohne Anmeldung)

So 19 SEP
12—14 Uhr
Sonic Utopias | Research Lab: Workshop von MINQ 
Sprache: Englisch
(Anmeldung unter hello@covenberlin.com)

19—21 Uhr
African Transmutational Practices: Ein Ritual von Daddypuss Rex
Sprache: Englisch
(Anmeldung unter hello@covenberlin.com)


›Ocean‹ wird bis zum 26 SEP 2021 als Audio-Installation im Kunstpunkt zu sehen.

Weitere Infos unter www.covenberlin.com

 

Hinweise zur Zugänglichkeit:

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei, aber die geschlechtsneutralen Toiletten sind es nicht. Der Raum ist so konzipiert, dass es große Fenster gibt, die sich zu einem großen öffentlichen Außenbereich öffnen, so dass die Innenräume gut belüftet sind. Stühle mit Rückenlehnen sind vorhanden, und die Redner*innen erhalten Mikrofone.

Bring bitte ein tagesaktuelles negatives Corona-Testergebnis (alternativ einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung) mit. In geschlossenen Räumen muss jeder eine Maske tragen. Wenn du dich draußen bewegst, musst du ebenfalls eine Maske tragen, es sei denn, du sitzt in angemessenem Abstand zu anderen.

Wenn du Bedürfnisse hast, die wir berücksichtigen können, um deine Teilnahme an diesen Veranstaltungen zu gewährleisten, wie z. B. Kinderbetreuung, Übersetzung oder Abholung von öffentlichen Verkehrsmitteln, sende uns bitte eine E-Mail an: hello@covenberlin.com.

Kunstpunkt liegt in der Nähe der U-Bahn-Station Naturkundemuseum, der S-Bahn-Station Nordbahnhof und der Haltestellen der Straßenbahnlinien M12, M5, M6, M8, M10.

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