SSR Projekt, Installationsansicht OCAT Biennale, 2021, Foto: Jing Y.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Jing Y., die in Kollaboration mit den Teilnehmerinnen des Projekts Sweat, Stop, Rewrite! (SSR) entstanden sind.

In enger Zusammenarbeit mit chinesischen Staatsbürgerinnen, die selbst keine professionellen Schriftstellerinnen sind, gründete Jing Y. 2017 das Projekt ›Writing - Mothers‹ und hat seither mehrere Bücher mit deren Memoiren, Reflexionen, Debatten und Statements koproduziert.
In diesem Rahmen gründete sie später Sweat, Stop, Rewrite! (SSR), das unter anderem Arbeitsmigrantinnen dabei unterstützt, visuelle Erzählungen zu ihren Erfahrungen zu entwickeln.

Diese sozial engagierten Projekte und ihre Präsentationen verkörpern ihre Methode, ›Kunst und dokumentarische Ansätze zu nutzen, um in einer politisch schwierigen Zeit eine selbstbestimmte Gesellschaft zu schaffen‹.

Zu Beginn des SSR-Projekts bot Jing kostenlose Schreib- und Lesekurse an. Diese sonst unzugänglichen Werkzeuge und Prozesse helfen den Teilnehmerinnen, ihre komplexen Realitäten zu artikulieren, zu reflektieren und die Erfahrungen, mit denen sie konfrontiert sind, für andere soziale Schichten nachvollziehbar zu machen. Nach der Pandemie erweiterte Jing Y. den ursprünglich textbasierten Prozess um das Medium der Zeichnung und andere Formen der künstlerischen Gestaltung.

Mit einem stärkeren Fokus auf eine Neuausrichtung und Umverteilung von pädagogischen und ästhetischen Ressourcen legte das Projekt den Schwerpunkt auf das Konzept und die Methode des ›Umschreibens‹ und verweist auf die Bedeutung der Schaffung von ›lebendigen Archiven‹ der Nicht-Repräsentierten, die sich von der offiziellen Erzählung unterscheiden.

Über Jing Y.:
Jing erhielt 2005 einen BFA von der Concordia University (Montreal) und 2008 einen MFA vom School of the Art Institute of Chicago. Seitdem hat sie häufig in verschiedenen Ländern ausgestellt und Vorträge gehalten, um die Widersprüche und Brüche innerhalb der chinesischen Gesellschaft und zwischen China und der Welt zu untersuchen. Neben Ausstellungen auf der 12. Shanghai Biennale, im Guangdong Times Museum, Para-site, dem Ullens Center for Contemporary Art und dem Kuandu Museum of Fine Arts, können viele ihrer anderen thematischen Projekte/Prozesse in verschiedenen von Künstler*innen betriebenen Projekträumen , auf eine eher immaterielle Weise, erfahren werden.


Kuratiert von Antonie Angerer in Zusammenarbeit mit Heiko Pfreundt und Lisa Susanne Schorm

Die Ausstellungs Sweat, Stop, Rewrite! wird unterstützt von der Heinrich-Böll-Stiftung. 

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Location

Kreuzberg Pavillon Termine