Victor Auberjonois und Konrad Biedenkopf

von 
© Victor Auberjonois & Konrad Biedenkopf / Photo: Marcus Fabian

Victor Auberjonois und Konrad Biedenkopf von Passage sprechen über Lieblingswerke und die Vorfreude auf morgen.

Woran arbeiten Sie aktuell—und was reizt oder fordert Sie daran besonders?
Victor Auberjonois:
Mein Hauptaugenmerk liegt derzeit auf ›Polyphonic Views‹, wobei die größte Herausforderung darin besteht, die Kommunikation mit einer so großen und vielfältigen Gruppe von Künstler*innen zu koordinieren. Parallel dazu arbeite ich auch an meinem Forschungsprojekt ›Predict‹—einem Prozess, der darauf abzielt, die relativen Faktoren zu messen, die zur Relevanz eines*einer Künstlers*in beitragen.
Konrad Biedenkopf: Wir arbeiten derzeit an unserer ersten großen Ausstellung in der Shedhalle des Funkhauses, die im Rahmen des Spatial Festivals während der Berlin Art Week eröffnet wird. Wir arbeiten mit über 30 Künstler*innen zusammen und zeigen über 70 Werke, was eine enorme Abkehr von unseren Ein-Werk-Ausstellungen am Hermannplatz darstellt. Es ist unglaublich spannend, eine Ausstellung dieser Größe zu gestalten und so viele Künstler*innen zusammenzubringen, die wir bewundern, aber gleichzeitig ist es auch eine große Herausforderung, vor allem weil die meiste Arbeit von uns beiden geleistet wird. Dennoch sind wir unglaublich dankbar für die Unterstützung von Freund*innen und vielen Künstler*innen.

Gibt es ein tägliches Ritual, das Ihnen Struktur oder Inspiration gibt?
V. A.:
Rückenstrecken, meine Haltung ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten.
K. B.: Es gibt einige, die darauf abzielen, die Entscheidungen, die ich tagsüber treffen muss, zu minimieren und Ablenkungen zu reduzieren. Planung und Wiederholung helfen mir, konzentriert zu bleiben und geben mir gleichzeitig Raum für Inspiration.

Welche Musik begleitet Sie, wenn Sie sich fokussieren oder in Ihr kreatives Schaffen zurückfinden möchten?
V. A.:
Ambient Minimal Techno (Danke, Deepchord).
K. B.: Ich höre fast den ganzen Tag Musik. Viel elektronische Musik, klassische Instrumentalmusik, Jazz oder Metal. Das hängt wirklich von meiner allgemeinen Stimmung und meiner Gemütsverfassung ab.

Gab es ein Buch, das Ihre Sichtweise nachhaltig verändert hat—und warum würden Sie es weiterempfehlen?
V. A.:
›The Situation Is Hopeless but Not Serious: The Pursuit of Unhappiness‹ von Paul Watzlawick. Das Buch kritisiert auf clevere Weise Selbsthilfe-Klischees und bietet gleichzeitig echte Einblicke in die Art und Weise, wie wir oft unser eigenes Unglück konstruieren.
K. B.: ›Stand Out of Our Light‹ von James Williams. Es ist eine Untersuchung der ethischen Auswirkungen moderner Technologie auf die individuelle Freiheit und die Gesellschaft. Ich glaube, es kann jedem*jeder helfen, seine eigene Beziehung zu den Geräten und ›Services‹, die er*sie täglich nutzt, neu zu bewerten.

Welches Kunstwerk hätten Sie gern bei sich zu Hause?
V. A.:
›Le déjeuner des canotiers‹—meine gemeinsame Vision eines schönen Moments mit Renoir.
K. B.: Natürlich gibt es viele, aber wenn ich nur eines haben könnte, wäre es wahrscheinlich Théodore Rousseaus ›Le Mont-Blanc, vu de la Faucille. Effet de tempête‹.

Welcher Ausstellungsort in Berlin inspiriert Sie?
V. A.:
Für die Kunst: Gemäldegalerie. Für die Präsentation: The Feuerle Collection.
K. B.: Boros Collection.

Gibt es einen Gegenstand, der Sie begleitet und ein Stück Ihrer Identität widerspiegelt?
V. A.:
Meine Trenchcoats. Ich mag ihre Struktur und Vielseitigkeit.
K. B.:
Nein.

Was motiviert Sie, auch in Momenten des Zweifelns weiterzumachen?
V. A.: Momentum.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gern ein Gespräch führen—und worüber würden Sie sprechen?
V. A.: Lucio Amelio. Ich würde gerne mehr über seine Referenzen und Überlegungen erfahren, die ihn zu Piece Unique geführt haben.
K. B.: Ich würde gerne mit Johny Ive über das Design der digitalen Produkte sprechen, die wir täglich nutzen, darüber, wie sie die negativen Auswirkungen hervorrufen, die sie derzeit zu haben scheinen, und ich würde gerne verstehen, wie er die Zukunft sieht.

Worauf freuen Sie sich, wenn ein Arbeitstag zu Ende geht?
V. A.:
Ausgefeilte Pläne schmieden, die still und leise den nächsten Tag beflügeln.
K. B.: Mit meiner Partnerin sprechen und neue Energie für den nächsten Tag tanken.

 

 

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