Guided TourSich auf das heutige Berlin einlassen
Guided Tour von Arts of the Working Class
Dieser letzte Marathon-Parcours erkundet Berlins umkämpfte Räume – Orte von Geschichte, Erinnerung und Macht – und ihre Verknüpfung mit zeitgenössischer Kunst. Von monumentalen Institutionen bis zu intimen Ateliers zeigt die Tour die Spannungen der Stadt: das Schwanken zwischen Erinnerung und Neuerfindung, Sichtbarkeit und Ausschluss, Provokation und Reflexion. Sich auf Berlin einzulassen heißt, seine Geschichte zu konfrontieren, Widersprüche zu bewohnen und zu erforschen, wie Kunst, Erinnerung und verkörperte Erfahrung den Gegenwartsmoment formen.
Den Parcours zu gehen bedeutet eine andere Form des Erinnerns: Gesten, die innehalten, sich verlieren und sich der Konformität verweigern. Hier wird Erinnerung choreo-poetisch, schafft flüchtige Solidaritäten in den Rissen institutioneller Mauern.
Wir beginnen mit Brunch im polemischen Humboldt Forum
(11.00 Uhr), wo wir gemeinsam mit Kurator Michael Dieminger einen Blick auf das interwobene Verhältnis zwischen koloniale Hinterlassenschaften und kulturelle Repräsentation werfen. Bei Fotografiska
(12.00 Uhr) öffnen Helga Paris’ intime Porträts neue Perspektiven auf das urbane Leben und seine feinen Alltagsstrukturen.
Ein Open House bei der Boros Collection
(13.00 Uhr) beleuchtet die Schnittstelle von Privatem und Öffentlichem. Auf dem Gelände eines ehemaligen Bunkers stellen wir Fragen zu Raum, Geheimnis und Zugang. Im Haus der Kulturen der Welt
(14.00 Uhr) reflektiert Global Fascisms die lokale und globale Zirkulation autoritärer Ideologien. Ein kurzer Snack bei Weltwirtschaft
(15.00 Uhr) erlaubt Austausch, bevor wir Performance und partizipative Arbeiten erleben.
Um 16.45 Uhr markieren Yoko Onos Bells for Peace die Stadt mit Klang, Ritual und kollektivem Hören. Weitere Stationen erkunden Erinnerung, Intimität und Körperpolitik: Stiftung St. Matthäus:
LICHTAN LICHTAUS, Gisela Getty: Ashes to Rishikesh bei Ryan Mendoza Studios
(18.00 Uhr) und Luiza Prados Send Nudes (The Fall of Cyrene) bei Neun Kelche
.
Der Tag endet bei der haubrok foundation
(19.30 Uhr), wo Licht, Möbel und monumentale Werke von Carol Bove, Martin Boyce, Christoph Büchel, Hans-Peter Feldmann, Douglas Gordon, Stefan Kern, Carolyn Lazard, Ghislaine Leung, Tobias Madison, Jonathan Monk, Philippe Parreno, Markus Schinwald, Florian Slotawa, Franz West, Johannes Wohnseifer und Heimo Zobernig zur Reflexion über Präsentation und ästhetische Verhandlung einladen. Die Ausstellung selbst fragt, wie das heutige Berlin seine Reste anerkennen und zugleich andere Zukünfte proben kann.
Immer wieder treten drei Dringlichkeiten hervor: Koloniale Rückstände, die in Berlins kulturellem Gedächtnis verankert sind; Archive, die als Werkzeuge von Autorität statt Emanzipation wirken; und verkörperter Widerstand, bei dem Protest Erinnerung jenseits offizieller Skripte choreographiert.
Termine
Sa, 14 SEP, 11—21 Uhr