Freitag, 11 SEP 2026
Um 20 Uhr gastieren MA[RIFA mit einer Noise-Performance beim Berliner Cashmere Radio.
MA[RIFA ist ein gemeinschaftliches Projekt von Tuce Alba und MAF, das von tiefem Zuhören und einer gemeinsamen Sensibilität für Raum, Material und Präsenz geprägt ist; dabei steht der Prozess, der sich durch intuitive Erfahrung, gegenseitiges Vertrauen und Einstimmung entfaltet, über den einzelnen Beiträgen. Was auch immer in einem bestimmten Raum entsteht, gehört niemandem, es existiert nur in dem Moment, den sie gemeinsam festhalten oder loslassen.
Tuce Alba, geboren 1996 in der Türkei, ist Architektin, Musikerin und Klangkkünstlerin. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Praxis steht Klang als Material zur Gestaltung zeitlicher und räumlicher Erfahrungen. In ihren Werken beschäftigt sie sich mit langsamen Veränderungen, minimalen Bewegungen und der Körperlichkeit klanglicher Texturen. In ihren Live-Auftritten erzeugt sie rohen, schweren Lärm, Verzerrungen, tiefe Bässe und Rückkopplungen. Inspiriert von der brutalistischen Architektur behandelt sie Klang wie eine feste Form, die sie in Echtzeit zerbricht und neu formt. Keine Melodie, keine Sanftheit—nur pure Energie. Jede Performance ist somit sowohl eine spirituelle als auch eine körperliche Begegnung, die ebenso sehr gefühlt wie gehört werden soll.
MAF (Mental Alchemic Formations) ist das kreative Konzept und die Identität des Künstlers, Sängers, Komponisten, Kurators, Schriftstellers und DJs Chris McWayne. Im Mittelpunkt von MAFs Arbeit steht die Erforschung von Stimme und Handlungsfähigkeit, oft aus der Perspektive nicht-menschlicher Wesen als Subjekte und Metaphern für Gemeinschaften, die innerhalb der Gesellschaft marginalisiert oder ›ausgegrenzt‹ werden, mit besonderem Fokus auf die Erfahrungen der schwarzer Menschen.
Samstag, 12 SEP 2026
Um 18 Uhr zeigt Oda Starheim bei Cashmere Radio ihre Stimm-Performance ›Porös‹.
Es geht um das Singen am Rande der Stimme, in und außerhalb von Körpern, in und außerhalb von Hohlräumen. Durch erweiterte Gesangstechniken und die Live-Bearbeitung spürt die Performerin den Zerbrechlichkeiten und den Grenzen ihrer Stimme nach. Einer Stimme, die niemals zur Ruhe kommt, sondern sich vervielfacht, auflöst, mutiert, entfremdet, verzerrt. Das Stimmbild entsteht nicht nur als körperliche Empfindung im Hals, sondern als erweiterte Ausdrucksform; als Bewegung und Bewegungslosigkeit, als Chaos und Stille.
Oda Starheim ist eine in Norwegen geborene, in Berlin lebende Künstlerin, die sich mit erweiterten Stimm-Performances und Live-Elektronik beschäftigt. Sie hat einen Master-Abschluss in Sound Studies und Sonic Arts von der Universität der Künste Berlin. Starheim ist außerdem eine Hälfte des Musikduos ›Soft as Snow‹, das Alben beim Portlander Label Beacon Sound, bei oundstooth und Infinite Machine veröffentlicht hat. Außerdem sind eine Reihe von noise-orientierten, auf Improvisation basierenden Werken bei progressiven Kassettenlabels veröffentlicht worden.
Mit dabei sind:
Anmeldungen bitte unter www.berliner-hoerspielfestival.de
Radio Woltersdorf / Radio Industry werden am 12 SEP von 12—20 Uhr in Kooperation mit dem Berliner Hörspielfestival und der Berlin Art Week 2026 die Türen der Studios öffnen. Wir feiern 10 Jahre Radio Woltersdorf an der Schleuse und die Idee der Community Radios. Besucher*innen und Interessierten stellen wir unsere Redaktionen, Projekte und Studios vor, in denen zeitgleich Ausstellungen stattfinden. Im Lokal gibt es Getränke & Co. zu Talk Sessions, der Plattenladen hat geöffnet, auf der Terrasse legen Künstler*innen Musik auf, und vor der Tür steht ein offenes Mikrofon. Wir laden ein in den Artist-Run- und Community-based-Space an der Schleuse. Es geht um die verbindende Kraft von Community Radios und Kunst sowie um die Zukunft der Radiowelle im Zeitalter der künstlichen Intelligenz—und wir fragen/sagen euch, was Kunst mit Radio und Radio mit Kunst zu tun hat. Das Raumensemble an der Woltersdorfer Schleuse besteht, aus dem Plattenladen Spielerei, dem Studio für Radio + Grafik, dem Lokal (Radiobar) und dem Studio II, welches aktuell von der Stiftung Kunstfonds Plattformen 2026 gefördert wird. Die Studios sind der Sitz von Radio Woltersdorf (BFR) und von Radio Industry, dem Festival für Kunst + Gegenwart, direkt am Berliner Stadtrand—und die Tram 87 fährt bis vors Studio.