Robert Rauschenberg, Crosstown [Anagram (A Pun)], 1997
© Robert Rauschenberg Foundation, Courtesy Bastian Gallery

Robert Rauschenberg: Crosstown

Im Rahmen der Gallery Night

Bastian
Taylorstraße 1, 14195 Berlin

Als Robert Rauschenberg 1964, vor 62 Jahren als erster amerikanischer Künstler den Preis der Biennale von Venedig gewann, bricht er eine Lanze für die Rezeption der neuen amerikanischen Kunst und begründet gleichzeitig seinen Weltruhm.

Ein halbes Jahrhundert lang hat Rauschenberg in seinem Werk mit Risiko und Erfindungsreichtum Traditionen gebrochen und die Idee des Bildes grundlegend verwandelt: Jetzt stand das ganze Leben der Kunst offen.

In seinen Bildern und Skulpturen erscheinen autobiographische Momente, das Strandgut der Metropolen, Nachrichten aus dem Meer der Fiktionen und der Realität, die er in dicht gewebten, vielschichtigen Werken kontextualisiert. Rauschenbergs Werke nehmen auf, was nie zuvor in Bildern zu sehen.

Später wird er einmal sagen: »Die Materialien wissen, dass sie und ich gemeinsam etwas versuchen.« Folgerichtig gibt es in seinen Werken keine Nobilitierungen. Ein zerbeultes Straßenschild, eine ausgestopfte Ziege, ein Huhn, ein Autoreifen, Bilder der Mondlandung, eine ausgediente Stalltür, ein Musikstück, ein zerschlissener Bettbezug waren für ihn genauso brauchbar zur Herstellung eines Bildes wie Leinwand, Ölfarbe, Terpentin oder Siebdruck, den er im Sommer 1962 gleichzeitig mit Andy Warhol entdeckt. »Ich wollte«, sagte Rauschenberg, »eine Oberfläche herstellen, die zum permanenten Wechsel der Blickrichtung, zur genauen wechselnden Betrachtung aller Details einlud.«

Das Zentrum der Ausstellung in der Galerie Bastian bildet das großformatige Werk ›Crosstown‹, 1997, urbanes Panorama eines Stadtbildes, das Formen und Farben in einer hierarchielosen Erzählung zeigt. ›Crosstown‹ basiert auf einem Transferverfahren, das mit pflanzlichen Farbstoffen eine Vielzahl photographischer Motive auf Polylaminat integriert und mit malerischen Elementen verbindet. Alles in diesem Werk ist miteinander verbunden und alles löst sich in den Augenblick der Enthüllung. ›Crosstown‹ erscheint uns heute, 30 Jahre nach seiner Entstehung, als frühe Allegorie auf die kommende Welt unendlicher Bilderfluten.

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