Discovering Collections!
Mit Discovering Collections! werden am Samstagabend der Berlin Art Week private Sammlungen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die ausgewählten Sammler*innen gewähren Einblicke in die Vielfalt ihrer Sammlungsinitiativen und ihre persönlichen Perspektiven auf zeitgenössische Kunst.
Sammlung Carsten
Constantin Carsten erwarb die ersten Kunstwerke vor vier Jahrzehnten während seines Kunstgeschichtsstudiums in Berlin. Seither prägen Besuche in Galerien, Museen, auf Kunstmessen, in Ateliers und bei Auktionen seinen Blick auf die Kunst.
Seine Sammlung folgt keinem kuratorischen Konzept und keiner Anlagestrategie. Vor jeder Erwerbung steht vielmehr die Frage: ›Möchte ich mit dieser Arbeit leben?‹ Die Antwort fällt meist intuitiv. Gesammelt wird ausschließlich, was ihn nachhaltig berührt und überzeugt—unabhängig von Markttrends oder möglichen Wertsteigerungen.
Heute umfasst die Sammlung rund 300 Werke von etwa 130 Künstler*innen. Ihr Schwerpunkt liegt auf Gegenwartskunst, überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum und insbesondere aus Berlin. Malerei, Arbeiten auf Papier, Druckgrafik, Skulptur, Fotografie und Video stehen gleichberechtigt nebeneinander. Stilistische Grenzen oder thematische Vorgaben gibt es nicht. Zusammengehalten wird die Sammlung allein durch den persönlichen Blick ihres Sammlers.
Fast alle Arbeiten befinden sich dort, wo Constantin Carsten lebt und arbeitet—in seiner Berliner Wohnung und seinem Hamburger Büro. Kunst gehört für ihn in den Alltag. Sie soll gesehen werden, Räume verändern und immer wieder neue Gespräche eröffnen.
Mit vielen der Künstler*innen verbindet ihn eine langjährige Beziehung, aus einigen Begegnungen sind Freundschaften entstanden. Ein Beispiel dafür ist der österreichische Künstler Clemens Krauss, dessen Werk Constantin Carsten seit vielen Jahren begleitet. Die Sammlung umfasst Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen—von frühen Gemälden bis zu Skulpturen und Videoarbeiten.
Für Constantin Carsten ist Sammeln kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess des Sehens, Entdeckens und Lernens. Die Sammlung wächst langsam und ohne festen Plan—getragen von Neugier und dem Vertrauen in den eigenen Blick.
Sein Rat an alle, die selbst mit dem Sammeln beginnen möchten, ist ebenso einfach wie konsequent: neugierig bleiben, den eigenen Blick entwickeln und nur Werke erwerben, die auch langfristig überzeugen.
Der Besuch der Sammlung ist ausschließlich im Rahmen des Formats ›Discovering Collections!‹ am Samstag, 12 SEP 2026, 18—22 Uhr möglich. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung wird geschlossen, sobald die maximale Teilnehmendenkapazität erreicht ist. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie die Adresse der Sammlung.
Bitte beachten Sie, dass die Sammlung leider nicht barrierefrei zugänglich ist.
Die maximale Teilnehmendenkapazitäte ist erreichte. Die Anmeldung ist geschlossen.
Privatsammlung Celerina-Berlin
Die Privatsammlung Celerina-Berlin entstand nicht mit der Absicht zu sammeln, sondern aus der Begegnung mit einzelnen Werken. Zunächst waren es vor allem zeitgenössische Positionen, die den Sammler Stefan Armonat emotional berührten und Teil seines Alltags werden sollten. Erst später entwickelte sich daraus ein Dialog mit Künstler*innen der klassischen Moderne, des Expressionismus und des Surrealismus.
Stefan Armonat interessiert weniger das Besitzen bedeutender Werke als die Nähe zu einer künstlerischen Handschrift. Zeichnungen, Lithografien und kleinere Arbeiten eröffnen für ihn einen unmittelbaren Zugang zu Künstler*innen wie Edvard Munch, Käthe Kollwitz oder Ernst Wilhelm Nay.
Die Sammlung folgt keiner kunsthistorischen Systematik, sondern einer persönlichen Wahrnehmung. Zeitgenössische Arbeiten wie von Jeremy Shaw, Rosemarie Trockel oder dem kongolesischen Kollektiv CACTP eröffnen neue Perspektiven, historische Positionen schaffen Kontinuität und die Fotografie versteht er als Medium der Erinnerung—als Möglichkeit, flüchtige Momente zwischen Wirklichkeit und Inszenierung festzuhalten.
Jeder Neuerwerb beginnt für ihn mit einer emotionalen Resonanz. Ein Werk muss Fragen aufwerfen, Neugier wecken oder eine Atmosphäre schaffen, die sich nicht sofort erschließt. Kunst ist für ihn dann besonders überzeugend, wenn sie Ambivalenz zulässt und sich eindeutigen Antworten entzieht. So ist die Sammlung über die Jahre zu einem eigenen Gefüge geworden—geprägt von Intuition, Offenheit und dem Vertrauen darauf, dass zwischen den Werken Beziehungen entstehen, die sich erst im Laufe der Zeit entfalten.
Der Besuch der Sammlung ist ausschließlich im Rahmen des Formats ›Discovering Collections!‹ am Samstag, 12 SEP 2026, 18—22 Uhr möglich. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung wird geschlossen, sobald die maximale Teilnehmendenkapazität erreicht ist. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie die Adresse der Sammlung.
Die Sammlung ist barrierefrei zugänglich.
Die maximale Teilnehmendenkapazitäte ist erreichte. Die Anmeldung ist geschlossen.
Sammlung Duque y Kleihues
Die Kunsthistorikerin Anna Duque y Kleihues und der Architekt Jan Kleihues zeigen ihre private Kunstsammlung mit Werken unter anderem von Ferdinand Dölberg, Isabella Ducrot, Stefanie Heinze, Via Lewandowsky, Tobias Pils, Daniel Richter, Elene Shatberashvili sowie Donata und Wim Wenders in einer historischen Müllverladestation in Berlin-Charlottenburg.
Beide stammen aus Familien, in denen Kunst seit jeher ein selbstverständlicher Teil des Lebens war. Enge Beziehungen zu Künstler*innen prägten ihren Blick früh und legten den Grundstein für eine bis heute anhaltende Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst. Im Zentrum ihres Interesses steht die unmittelbare Begegnung mit dem Werk—jener schwer erklärbare, intuitive Moment, in dem etwas berührt, irritiert oder nachhaltig beschäftigt.
Zu sehen ist die Kunst in einem außergewöhnlichen Bauwerk mit bewegter Geschichte. Die ehemalige Müllverladestation wurde 1936 nach Plänen von Paul Baumgarten als hochmoderne Industrieanlage errichtet und diente der Verladung großer Teile des Berliner Abfalls auf Schiffe. Mit dem Wandel der städtischen Infrastruktur verlor das Gebäude seine ursprüngliche Funktion und stand zeitweise vor dem Abriss. Erst die behutsame Restaurierung durch den Architekten Josef Paul Kleihues bewahrte den Bau und führte ihn einer neuen Nutzung zu. Seit 1988 steht das Gebäude unter Denkmalschutz; zugleich ist das Architekturbüro Kleihues + Kleihues hier ansässig und führt die Geschichte des Ortes bis heute fort. Das Gebäude verbindet auf eindrucksvolle Weise seine industrielle Vergangenheit mit zeitgenössischer Architektur.
Heute befindet sich dort, wo einst täglich Hunderte Tonnen Berliner Abfall umgeschlagen wurden und später der Maler Markus Lüpertz sein Atelier hatte, ein privater Lebensraum für Kunst.
Der Besuch der Sammlung ist ausschließlich im Rahmen des Formats ›Discovering Collections!‹ am Samstag, 12 SEP 2026, 18—22 Uhr möglich. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung wird geschlossen, sobald die maximale Teilnehmendenkapazität erreicht ist. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie die Adresse der Sammlung.
Bitte beachten Sie, dass die Sammlung leider nicht barrierefrei zugänglich ist.
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SWRZ Collection
Florian Schwarz sammelt ostdeutsche Kunst—von der Avantgarde der DDR über die Nachwendezeit bis hin zu Positionen der Gegenwart. Zentrales Element seiner Sammeltätigkeit ist das Projekt @ddr.unboxing mit dem er eine eigene Öffentlichkeit für ostdeutsche Kunst in den sozialen Medien schafft. Hier werden Follower*innen mit auf Spurensuche genommen: Nicht nur Werke werden sichtbar, sondern auch ihre Geschichten und Kontexte. Ziel ist es, ostdeutsche Kunst nicht nostalgisch zu betrachten, sondern als lebendigen Teil der Gegenwart—im digitalen Raum ebenso wie in Salons, Ausstellungen und Gesprächen.
Begonnen hat alles mit einem Zufallsfund: In einem Antiquariat entdeckte Florian Schwarz einen Holzschnitt des Schweriner Künstlers Karl Hennemann. Die anschließende Recherche führte ihn zu einer nahezu vergessenen Künstlerbiografie und machte deutlich, wie viele bedeutende Positionen der ostdeutschen Kunstgeschichte bis heute kaum sichtbar sind. Aus diesem ersten Fund entwickelte sich eine kontinuierliche Spurensuche.
Seine Sammlung folgt keinem klassischen Kanon, sondern dem Interesse an künstlerischen Haltungen, Brüchen und Biografien. Im Mittelpunkt stehen Werke, die von den gesellschaftlichen und kulturellen Erfahrungen Ostdeutschlands erzählen und zugleich über ihre Entstehungszeit hinausweisen.
Der persönliche Kontakt zu Künstler*in, Nachlässen, Depots und privaten Sammlungen ist für ihn ein wesentlicher Bestandteil des Sammelns. Viele Werke sind bis heute weder umfassend dokumentiert noch digital zugänglich. Im direkten Austausch erschließen sich Zusammenhänge, die weit über das einzelne Kunstwerk hinausreichen.
Zu den zentralen Arbeiten der Sammlung gehören Karla Woisnitzas Collage ›weiße Ränder/schwarze Streifen‹ von 1988 sowie Wolfgang Lebers Gemälde ›Abstand halten‹ von 2021, das die Erfahrungen gesellschaftlicher Isolation während der Corona-Pandemie reflektiert.
Sein Rat an angehende Sammler*innen lautet: die eigene Linie finden und dem eigenen Blick vertrauen. Gute Arbeiten verlieren mit der Zeit nichts von ihrer Kraft—sie werden vielmehr immer komplexer.
Der Besuch der Sammlung ist ausschließlich im Rahmen des Formats ›Discovering Collections!‹ am Samstag, 12 SEP 2026, 18—22 Uhr möglich. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung wird geschlossen, sobald die maximale Teilnehmendenkapazität erreicht ist. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie die Adresse der Sammlung.
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ROCCA Stiftung—Romba Collection of Contemporary Art
Die Sammlung der Kunsthistorikerin Joëlle und des Juristen Eric Romba erzählt eine gemeinsame Geschichte. Vor mehr als zwanzig Jahren erwarben sie gemeinsam—wenige Wochen nach Beginn ihrer Beziehung—ihr erstes Kunstwerk und konnten damals nicht ahnen, dass daraus einmal eine Stiftung und eine Sammlung mit über 200 Werken entstehen würde. Sammeln war für sie nie ein strategisches Projekt, sondern entwickelte sich ganz selbstverständlich aus ihrer gemeinsamen Begeisterung und Liebe für zeitgenössische Kunst.
Heute vereint die Sammlung Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Lichtinstallationen, Videoarbeiten und NFTs. Im Rückblick lassen sich die thematischen Schwerpunkte photorealistische Malerei, zeitgenössische Op-Art bis hin zu Fragen von Identität, Architektur und kunsthistorische Bezüge ausmachen. Vertreten sind unter anderem die Künstler*innen Tamina Amadyar, Philippe Decrauzat, José Dávila, Eberhard Havekost, Carmen Herrera, Gregor Hildebrandt, Thilo Heinzmann, Felix Kiessling, Julian Opie, Charlotte Posenenske, Leon Polk Smith, Wolfgang Tillmans und Ignacio Uriarte. Die eigentliche Triebfeder ist bis heute ihre Intuition: Gesammelt wird, was berührt, überrascht und langfristig beschäftigt—unabhängig von Trends oder Marktmechanismen. So entstand eine Sammlung, deren Brüche und unerwartete Verbindungen ebenso viel über die Werke erzählen wie über die Menschen, die sie über zwei Jahrzehnte zusammengetragen haben.
Die Kunst umgibt die Familie in ihrem Alltag: Sie hängt zwischen Bücherregalen, begleitet das Familienleben und entfaltet ihre Wirkung fernab musealer Inszenierungen. Gäste erleben keinen White Cube, sondern einen Ort, an dem Kunst selbstverständlich Teil des Lebens ist.
Mit der Gründung der ROCCA Stiftung im Jahr 2011 schufen Joëlle und Eric Romba die Grundlage dafür, ihre Sammlung dauerhaft als zusammenhängendes Ensemble zu bewahren. Dahinter steht die Überzeugung, dass Sammler*innen Verantwortung für die Kunst übernehmen – als Verwahrer auf Zeit und als Vermittler zwischen den Werken und einer interessierten Öffentlichkeit.
Der Besuch der Sammlung ist ausschließlich im Rahmen des Formats ›Discovering Collections!‹ am Samstag, 12 SEP 2026, 18—22 Uhr möglich. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die Anmeldung wird geschlossen, sobald die maximale Teilnehmendenkapazität erreicht ist. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie die Adresse der Sammlung.
Bitte beachten Sie, dass die Sammlung leider nicht barrierefrei zugänglich ist.
Die maximale Teilnehmendenkapazitäte ist erreichte. Die Anmeldung ist geschlossen.