Luisa Rabbia Artemis, 2024, Oil on linen 244×183 cm / 96×72 in Unique
© Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin and Los Angeles

Luisa Rabbia: Containing the Container

Im Rahmen der Gallery Night

Tanya Leighton
Kurfürstenstraße 24–25, 10785 Berlin

Tanya Leighton freut sich mit ›Containing the Container‹ die erste Einzelausstellung der in New York lebenden Künstlerin Luisa Rabbia in Deutschland zu präsentieren. Rabbias Werk war bereits Gegenstand bedeutender Ausstellungen in der Collezione Maramotti in Reggio Emilia, der Fondazione Merz in Turin, dem Isabella Stewart Gardner Museum in Boston sowie der Fundación PROA in Buenos Aires.

Luisa Rabbia zählt zu den bedeutendsten figurativen Künstler*innen, die in den vergangenen drei Jahrzehnten aus Italien hervorgegangen sind. In ihrer Arbeit verbindet sie persönliche Erfahrungen mit historischen und politischen Ereignissen und nimmt dabei häufig Literatur sowie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zum Ausgangspunkt.

Für ›Containing the Container‹ richtet Rabbia den Blick auf den weiblichen Körper als Quelle von Energie und Transformation sowie auf die über Generationen gewachsenen Netzwerke weiblicher Solidarität. Die ausgestellten Arbeiten beziehen sich auf neolithische Mythologien, in denen der weibliche Körper als ursprüngliche Kraft der Verwandlung verstanden wurde—als heiliger Behälter, der Leben, Tod und Energie in neue Existenz überführen kann. In Rabbias Serie ›Transformers‹ verdeutlichen aus zahlreichen Körpern zusammengesetzte Figuren, wie Gemeinschaft die Fähigkeit besitzt, Herausforderungen in Stärke zu verwandeln.

Ihre Malerei verwischt die Grenzen zwischen menschlichem Körper und Natur. Auf großformatigen Leinwänden entwickelt Rabbia vielschichtige Bildräume, in denen Figuren auftauchen und wieder verschwinden und zwischen mikroskopischen Dimensionen—etwa Zellen—und kosmischen Weiten oszillieren. Die Oberflächen ihrer Gemälde zeugen von einem ausgesprochen körperlichen Arbeitsprozess: Farbe wird in wiederholten Gesten abgeschabt, Schichten entstehen über lange Zeiträume hinweg, Fingerabdrücke prägen sich unmittelbar in die Pigmente ein. Diese feinen Spuren wirken wie die Abdrücke eines gelebten Lebens, während sich die Bilder zugleich zu weit größeren Zusammenhängen öffnen. Auch ihre Farbgebung vermittelt Bewegung und Wandel und verweist auf Prozesse des Werdens—sowohl in körperlicher als auch in spiritueller Hinsicht.

Rabbias Figuren besitzen eine große emotionale Tiefe. Sie verleihen Widerstandskraft und Erneuerung eine sichtbare Form und erzählen von Erfahrungen, die zugleich zutiefst persönlich und universell geteilt sind.

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