Seit Beginn geht es darum, junge Galerien sichtbar zu machen, ihre Arbeit zu würdigen und Berlin als internationalen Kunstmarktstandort zu stärken. Hier erzählen die bisherigen Preisträger*innen die Geschichte des Preises aus ihrer persönlichen Perspektive.
Ihre Galerie wurde im Jahr 2017 mit dem VBKI-Preis BERLINER GALERIEN ausgezeichnet. Was hat Ihnen diese Auszeichnung damals bedeutet und welche Bedeutung hat sie heute?
Jan-Philipp Sexauer: Wir hatten 2017 eine riesige Bodenarbeit von Caroline Kryzecki gezeigt, über 200 m² groß. Die Wände der Ausstellungshalle waren leer. Das war eine museale Arbeit und es hat uns viel bedeutet, dass dies gewürdigt wurde. Bis heute ist die Auszeichnung von Bedeutung, weil der Preis immer wieder im Zusammenhang mit der Galerie genannt wird.
Hat der Preis seitdem etwas in Ihrer täglichen Arbeit verändert?
Jan-Philipp Sexauer: In einer Galerie arbeitet man häufig an vielen Dingen gleichzeitig, von kleinen alltäglichen Fragen bis hin zu strategischen Überlegungen. Das hängt alles miteinander zusammen und insofern hat jeder größere Erfolg auch Einfluss auf die tagtägliche Arbeit. Dies ist auch beim VBKI-Preis so.
Der VBKI-Preis wird 2026 zum zehnten Mal verliehen. Welche Rolle spielt er aus Ihrer Sicht für die Berliner Galerienszene?
Jan-Philipp Sexauer: Die Berliner Galerien machen das ganze Jahr Ausstellungen, viele auf einem hohem künstlerischen und kuratorischen Niveau. Diese Ausstellungen können Besucherinnen und Besucher kostenlos besuchen. Das ist ein wichtiger Teil der kulturellen Vielfalt von Berlin. Deshalb ist jede Unterstützung für Galerien bedeutsam, und der VBKI-Preis ist ein wichtiger Teil davon.
Ihre Galerie wurde im Jahr 2019 mit dem VBKI-Preis BERLINER GALERIEN ausgezeichnet. Was hat Ihnen diese Auszeichnung damals bedeutet und welche Bedeutung hat sie heute?
Anne Schwarz: 2018 waren wir bereits für den VBKI-Preis nominiert und wurden dann 2019 im Zuge der allerersten Einzelausstellung ›She’s reading‹ der US-amerikanischen Fotografin Jenna Westra mit dem VBKI-Preis ausgezeichnet. Wir leisten immer wieder Pionierarbeit mit Ausstellungen und haben uns besonders gefreut, dass wir mit dieser damals neu von der Galerie vertretenen Künstlerin ausgezeichnet wurden.
Damals war das Preisgeld in Höhe von EUR 10.000,- ein echter Knaller und eine tolle Unterstützung—mit der Hälfte des Preisgeldes konnten wir die Produktionskosten der Ausstellung decken und haben dann auch sehr gut verkauft, sicherlich auch dank des VBKI-Preises.
Inzwischen ist die Galerie nach Charlottenburg umgezogen in wunderschöne Räume in der Marburger Straße 3, wir haben uns vergrößert, unsere Teilnahme an internationalen Messen ausgebaut, jonglieren mit viel größeren Summen und haben als Einzelunternehmen unsere Umsätze deutlich gesteigert.
Der VBKI-Preis bleibt auch heute noch eine Auszeichnung, die uns ehrt und nach wie vor stolz macht!
Hat der Preis seitdem etwas in Ihrer täglichen Arbeit verändert?
Anne Schwarz: Der Preis führte zu einer VBKI-Mitgliedschaft und wir konnten dadurch unser Netzwerk ausbauen und zusätzlichen KunstkäuferInnen finden, hat aber unsere tägliche Arbeit nicht wirklich verändert.
Der VBKI-Preis wird 2026 zum zehnten Mal verliehen. Welche Rolle spielt er aus Ihrer Sicht für die Berliner Galerienszene?
Anne Schwarz: Die Entscheidung, die Ausschreibung für Galerien mit 15 Jahren Erfahrung auszuweiten (früher richtete sich die Ausschreibung nur an Galerien, die bis zu zehn Jahre im Geschäft waren), ist eine sehr gute. Seit der Pandemie gibt es kaum Neugründungen in der Berliner Galerienszene und der VBKI-Preis ist enorm wichtig für junge UnternehmerInnen in der Szene: er schafft Anerkennung, Sichtbarkeit, ermöglicht zusätzliches, wichtiges Netzwerken und auch die nominierten Galerien, die nicht ›gewinnen‹, bekommen einen Anerkennungspreis, was super ist.
Vielen Dank noch ein Mal an dieser Stelle an den VBKI!
Ihre Galerie wurde im Jahr 2021 mit dem VBKI-Preis BERLINER GALERIEN ausgezeichnet. Was hat Ihnen diese Auszeichnung damals bedeutet und welche Bedeutung hat sie heute?
Alexander Levy: Die Auszeichnung war für uns etwas ganz Besonderes. Wir haben den VBKI-Preis 2021 mit der Ausstellung der Künstlerin Su Yu Hsin gewonnen, die wir damals zum ersten Mal in unserer Galerie präsentiert haben. Ihre komplexe Videoinstallation war ein mutiges und anspruchsvolles Projekt, das wir gemeinsam mit großer Überzeugung umgesetzt haben. Dass gerade diese Ausstellung ausgezeichnet wurde, war für uns eine wertvolle Bestätigung.
Hat der Preis seitdem etwas in Ihrer täglichen Arbeit verändert?
Alexander Levy: Eine Veränderung im alltäglichen direkt würde ich nicht sagen. Es hat aber eine Auswirkung auf die Sichtbarkeit von Galerien und das Verständnis, was die eigentlich machen und das freut uns.
Der VBKI-Preis wird 2026 zum zehnten Mal verliehen. Welche Rolle spielt er aus Ihrer Sicht für die Berliner Galerienszene?
Alexander Levy: Eine Galerie wird transparenter. Leute verstehen mehr, was das eigentlich ist. Es macht auch deutlich, welche Rolle eine Galerie für die Kultur in der Stadt spielt. Wir sind zugänglich für alle. Vermitteln Kunst. Tragen also zu einem kulturellen Austausch bei.
Ihre Galerie wurde im Jahr 2022 mit dem VBKI-Preis BERLINER GALERIEN ausgezeichnet. Was hat Ihnen diese Auszeichnung damals bedeutet und welche Bedeutung hat sie heute?
Thomas Fischer: In der Kunstszene kennen wir vor allem Preise für Künstler*innen und Auszeichnungen für Museen und Kunstvereine. Der VBKI-Preis honoriert stellvertretend die Programm- und Vermittlungsarbeit der zahlreichen Galerien, die ja als halböffentliche Orte einen großen Beitrag zum kulturellen Leben leisten. Der Preis erkennt dies an.
Hat der Preis seitdem etwas in Ihrer täglichen Arbeit verändert?
Thomas Fischer: Ein Preis verändert die Wahrnehmung von innen und von außen. Wir sind immer wieder auf den Preis angesprochen worden und bekamen viel Aufmerksamkeit für die Galerie und die Ausstellungen. Und natürlich ist er eine sehr schöne Bestätigung einer langjährigen Galeriearbeit.
Der VBKI-Preis wird 2026 zum zehnten Mal verliehen. Welche Rolle spielt er aus Ihrer Sicht für die Berliner Galerienszene?
Thomas Fischer: Besonders heute, seit das klassische Galeriemodell immer mehr zur Diskussion steht, ist die Unterstützung der jungen Kolleg*innen, die sich darauf einlassen, immer wichtiger. Der VBKI-Preis tut dies mit dem Preisgeld, aber auch indem er der jungen Galerieszene eine Plattform bietet.
Ihre Galerie wurde im Jahr 2023 mit dem VBKI-Preis BERLINER GALERIEN ausgezeichnet. Was hat Ihnen diese Auszeichnung damals bedeutet und welche Bedeutung hat sie heute?
Johanna Neuschäffer & Anne Schwanz: Die Auszeichnung war für uns vor allem eine schöne Bestätigung unserer Arbeit in einer frühen Phase der Galerie. Besonders gefreut hat uns die Anerkennung durch eine Jury, die sich intensiv mit der Berliner Galerienszene beschäftigt. Rückblickend sehen wir den Preis als einen wichtigen Moment auf unserem Weg. Er hat uns während der Berlin Art Week zusätzliche Sichtbarkeit verschafft und dazu beigetragen, dass mehr Menschen auf unsere Arbeit und unser künstlerisches Programm aufmerksam wurden.
Hat der Preis seitdem etwas in Ihrer täglichen Arbeit verändert?
Johanna Neuschäffer & Anne Schwanz: Unsere tägliche Arbeit hat sich dadurch nicht grundlegend verändert. Wir verfolgen weiterhin konsequent unseren programmatischen Ansatz und arbeiten langfristig mit unseren Künstlerinnen und Künstlern. Dass sich die Galerie in den vergangenen Jahren zunehmend international entwickelt hat, hat viele Gründe. Der Preis war sicherlich eine schöne Bestätigung und hat Aufmerksamkeit geschaffen, vor allem im Berliner Kontext. Dass der Preis Galerien auszeichnet, die nachhaltig und mit Überzeugung arbeiten, sehen wir heute als besonders treffend.
Der VBKI-Preis wird 2026 zum zehnten Mal verliehen. Welche Rolle spielt er aus Ihrer Sicht für die Berliner Galerienszene?
Johanna Neuschäffer & Anne Schwanz: Berlin lebt von einer vielfältigen und engagierten Galerienszene, deren Arbeit oft im Hintergrund stattfindet. Der VBKI-Preis macht diese Arbeit sichtbar und lenkt den Blick auf Galerien, die mit einem klaren Programm und langfristigem Engagement zur Kunstlandschaft beitragen. Gerade für jüngere Galerien ist diese Form der Anerkennung ein wichtiges Signal und kann helfen, zusätzliche Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Ihre Galerie wurde im Jahr 2024 mit dem VBKI-Preis BERLINER GALERIEN ausgezeichnet. Was hat Ihnen diese Auszeichnung damals bedeutet und welche Bedeutung hat sie heute?
Anton Janizewski: Die Auszeichnung empfand ich als Anerkennung des Wagnisses, auch als junge Galerie politische Kunst, die sich abseits kommerzieller Marktkonventionen bewegt, zu präsentieren. Da war es natürlich schön, die Auszeichnung mit Emma Adler’s Ausstellung ›STRG-Z‹ zu erhalten, die das damalige innenpolitische Geschehen in seiner Komplexität und Dringlichkeit untersuchte.
Hat der Preis seitdem etwas in Ihrer täglichen Arbeit verändert?
Anton Janizewski: Wir arbeiten stetig an einer Weiterentwicklung des Programms und versuchen, unsere Künstler*innen zu unterstützen, wo immer wir können. Vor wie auch nach dem Preis. In diesem Jahr präsentieren mehrere Positionen ihre ersten institutionellen Einzelausstellungen: Rebekka Benzenberg im Kunstmuseum Mühlheim an der Ruhr, Marc Henry im Neuen Aachener Kunstverein und Jonas Höschl im Kunstverein Hannover.
Der VBKI-Preis wird 2026 zum zehnten Mal verliehen. Welche Rolle spielt er aus Ihrer Sicht für die Berliner Galerienszene?
Anton Janizewski: Ich sehe den VBKI-Preis als einen wichtigen Faktor zur Stärkung der Berliner Galerieszene. Gerade junge Galerist*innen können durch ihn an entscheidender Sichtbarkeit gewinnen und besondere Ausstellungsprojekte gewürdigt werden.
Ihre Galerie wurde 2025 mit dem VBKI-Preis BERLINER GALERIEN ausgezeichnet. Was bedeutet eine solche Auszeichnung für eine junge Galerie in Berlin?
Robert Grunenberg: Der Preis ist eine wichtige Anerkennung unserer Arbeit. Als Galerie investiert man viel Zeit und Energie in den Aufbau von Künstlerinnen und Künstlern und in neue Ausstellungsformate. Dass diese Arbeit gesehen und gewürdigt wird, ist eine große Motivation—und bringt zugleich zusätzliche Aufmerksamkeit für die Galerie und die vertretenen Positionen.
Hat der Preis seitdem etwas in Ihrer täglichen Arbeit verändert?
Robert Grunenberg: Inhaltlich bleiben wir natürlich unserer Linie treu. Aber der Preis hat unsere Sichtbarkeit deutlich erhöht—sowohl in der Berliner Szene als auch darüber hinaus. Wir merken, dass Institutionen, Kuratorinnen und Sammler verstärkt auf unsere Künstler aufmerksam werden. Das eröffnet neue Möglichkeiten, etwa für Kooperationen und Ausstellungen.
Der VBKI-Preis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen. Welche Rolle spielt er aus Ihrer Sicht für die Berliner Galerienszene?
Robert Grunenberg: Der Preis setzt ein wichtiges Zeichen für die Arbeit von Galerien, die oft im Hintergrund stattfindet. Er macht sichtbar, wie viel kuratorische und unternehmerische Leistung hinter einem erfolgreichen Programm steht. Gleichzeitig stärkt er den Kunststandort Berlin, weil er die Dynamik und Vielfalt der hiesigen Galerienszene hervorhebt.