Was kann Kultur gegen den Rechtsruck in Europa tun?

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Berlin Art Week 2026, © Angelo Dal Bó für Berlin Art Week

Europa steht politisch und gesellschaftlich unter Druck. Beim Monopol-Talk zur Berlin Art Week diskutierten Anda Rottenberg, Gitte Zschoch und Stephan Muschick darüber, wie kulturelle Netzwerke Freiheit sichern können – und warum Rückzug keine Lösung ist.

Dieser Artikel erschien zuerst im Monopol Magazin.

Was können Kulturinstitutionen tun, wenn Nationalismus, autoritäre Politik und gesellschaftliche Spaltung zunehmen? Beim Talk „Empowering Europe: Culture as a Bridge for Sustainable Societies“, den das Monopol-Magazin auf der Berlin Art Week gemeinsam mit der E.ON Foundation veranstaltete, diskutierten die polnische Kuratorin Anda Rottenberg, die neue Generalsekretärin des Goethe-Instituts Gitte Zschoch und Stephan Muschick, Geschäftsführer der E.ON Foundation, über die Rolle der Kultur in einem Europa unter Druck. Moderiert wurde das Gespräch von Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr.

Rottenberg berichtete davon, wie sie die Warschauer Nationalgalerie Zachęta nach dem Ende des Kalten Kriegs international vernetzte – und später nach einem politischen Skandal um eine Arbeit von Maurizio Cattelan ihren Posten verlor. Künstlerische Freiheit habe immer einen Preis. Ihre einfache Regel für Institutionen unter politischem Druck: „Werdet nicht zu Sklaven.“ Zschoch erklärte, warum kulturelle Beziehungen auch zu Ländern mit repressiven Regierungen nicht abgebrochen werden sollten: Kunst, Kultur und Sprache könnten Räume schaffen, in denen freier gesprochen und gedacht wird.

Wie wichtig europäische Netzwerke sind, zeigte sich auch am Beispiel der Manifesta 16 im Ruhrgebiet, die von der E.ON Foundation unterstützt wird und an der Rottenberg als Kuratorin beteiligt ist. Trotz aller Konflikte sei Europa noch immer „der beste Ort, um auf der Erde zu leben“, sagte Zschoch. Muschicks Fazit: Gegen Nationalismus und Abschottung brauche es nicht weniger Europa, sondern bessere Argumente für ein gemeinsames Europa.

 

Der Monopol-Talk „Empowering Europe: Culture as a Bridge for Sustainable Societies“ entstand im Rahmen der Berlin Art Week in Kooperation mit der E.ON Foundation. Das vollständige Gespräch kann jetzt auf YouTube angeschaut werden oder direkt hier: