Während der Berlin Art Week 2026 veranstalten sie das 1. Kreuzberger Kunstfilmfestival—ein mobiles Ausstellungsformat in Form einer Bewegtbildskulptur, die entlang ihrer Route durch Kreuzberg Straßen und Plätze in temporäre Ausstellungsorte für zeitgenössische Videokunst verwandelt.
Gibt es ein tägliches Ritual, das Ihnen Struktur oder Inspiration gibt?
Wir haben kein Ritual. Wir versuchen nur jeden Tag etwas zu sehen, das wir am Vortag übersehen haben.
Was würden Sie tun, wenn Zeit, Geld und andere Ressourcen keine Rolle spielen würden?
›Moving Image Sculptures‹ auf allen Kontinenten realisieren—gemeinsam mit lokalen Akteur:innen. Nicht als Exportmodell, sondern als gemeinsames Projekt.
Gab es ein Buch, das Ihre Sichtweise nachhaltig verändert hat—und warum würden Sie es weiterempfehlen?
›Die Straße‹ von Cormac McCarthy. Kurz, unglaublich schonungslos, ohne jeden Trost. Und doch gerade deshalb zutiefst menschlich: Was bleibt, wenn alles andere wegfällt, ist die Sorge um andere. Das Buch rückt die Gegenwart in die richtige Perspektive, ohne sie zu beschönigen. Legt man es aus der Hand, erscheint die eigene Welt trotz aller Krisen umso lebenswerter.
Was hätten Sie gerne früher gewusst?
Dass Wahrnehmung keine passive Tätigkeit ist. Wir erschaffen die Welt, die wir sehen, immer auch mit. Und dass Umwege produktiver sein können als Effizienz.
Wo tanken Sie Kraft?
Im Zusammensein mit anderen Menschen an den Rändern des Gewohnten oder ganz allein am Rand der Zivilisation.
Welches Kunstwerk hätten Sie gern bei sich zu Hause?
Ragnar Kjartansson, ›God‹, 2007—im Badezimmer.
Welcher Ausstellungsort in Berlin inspiriert Sie?
Number 1 Main Road. Ein großartiger Projektraum mit einem hervorragend kuratierten Programm—organisiert von zwei Künstlern, die ihn mit großer Hingabe und Überzeugung betreiben.
Was fasziniert Sie an Berlin?
Die Unfertigkeit. Und mit dem Fahrrad bei Abendsonne durch mehrere Bezirke zu fahren und dabei immer wieder neue Orte und Menschen zu entdecken.
Auf welchen Gegenstand können Sie nicht verzichten?
Auf Kopfhörer. Sie eröffnen einen paradoxen Raum, in dem Öffentlichkeit und Intimität gleichzeitig existieren.
Was treibt Sie an?
Die Überzeugung, dass Kunst neue Situationen erzeugen kann. Uns interessiert weniger das einzelne Werk als der Moment, in dem Menschen stehen bleiben, miteinander ins Gespräch kommen oder einen vertrauten Ort plötzlich anders wahrnehmen.
Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gern ein Gespräch führen—und worüber würden Sie sprechen?
Mit Buster Keaton über Experimente und die Zukunft des Scheiterns.
Worauf freuen Sie sich, wenn ein Arbeitstag zu Ende geht?
Auf den Moment, in dem wir aufhören zu arbeiten und anfangen zu beobachten—obwohl das wahrscheinlich dasselbe ist.