Während der Berlin Art Week gestaltet Radin als Co-Kurator das Featured-Programm Art/Platte von PLATTE.Berlin: Performances, Sound, DJ-Sets und tägliche Interventionen machen den Plattenbau in Mitte zum Begegnungsort.
Gibt es ein tägliches Ritual, das Ihnen Struktur oder Inspiration gibt?
Jeden Tag spreche ich Worte der Dankbarkeit für den Punkt, an dem ich im Leben stehe, und für das Privileg, Künstler zu sein. Ich danke Gott und meinen Vorfahren.
Was würden Sie tun, wenn Zeit, Geld und andere Ressourcen keine Rolle spielen würden?
Ich denke, ich würde immer noch dasselbe tun: Kunst schaffen, sie mit der Gemeinschaft teilen, noch mehr reisen und einfach die Schönheit und Einzigartigkeit des Lebens feiern.
Gab es ein Buch, das Ihre Sichtweise nachhaltig verändert hat—und warum würden Sie es weiterempfehlen?
Cheikh Anta Diops ›Nations Nègres et Culture‹. Ich empfehle dieses Buch, weil es die westliche und weltweite Perspektive darauf erschüttert hat, woher die ägyptische Zivilisation stammt, wer sie geprägt hat und was sie war. Zudem vermittelt es ein Verständnis für die Grundlagen unserer heutigen Zivilisation.
Was hätten Sie gerne früher gewusst?
Finanzielle Bildung.
Wo tanken Sie Kraft?
Ich tanke Kraft, indem ich tanze oder nach Guadeloupe und Frankreich zurückreise, um meine Familie zu sehen.
Welches Kunstwerk hätten Sie gern bei sich zu Hause?
Das Gemälde ›The Jungle‹ von Wifredo Lam.
Welcher Ausstellungsort in Berlin inspiriert Sie?
Hier sind einige Orte in Berlin, die mich inspirieren: Savvy Contemporary, Spore Initiative, HKW, Esther Schipper, die Gemäldegalerie und Platte. Mich inspiriert, wie es Platte gelingt, Mode und Kunst miteinander zu verbinden, Gemeinschaft zu schaffen und neue experimentelle Wege vorzuschlagen.
Was fasziniert Sie an Berlin?
Der vielschichtige Charakter Berlins ist sehr faszinierend. Jeder Teil für sich ist jedes Mal eine ganze Welt. Man kann sich nach Belieben zwischen diesen Welten bewegen.
Auf welchen Gegenstand können Sie nicht verzichten?
Stift und Papier.
Was treibt Sie an?
Liebe, der Drang zu schaffen und meine Familie.
Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gern ein Gespräch führen—und worüber würden Sie sprechen?
Mit Cheikh Anta Diop. Ich würde sehr gerne einige seiner Forschungen mit ihm diskutieren und ihm einfach dabei zuhören, wie er über seine Arbeit spricht.
Worauf freuen Sie sich, wenn ein Arbeitstag zu Ende geht?
Auf mein Zuhause und eine Dusche.