Während der Berlin Art Week 2026 lädt Sunny Pudert im Rahmen der Featured Night zu einem Abend in die Royal Suite des legendären Hotel Adlon Kempinski zu ›Ordinary Tales of City Madness‹ ein—ein vielstimmiges Programm zwischen Text und Performance.
Gibt es ein tägliches Ritual, das Ihnen Struktur oder Inspiration gibt?
Ich frühstücke nie ohne Tomaten und kann abends nicht ins Bett gehen, wenn ich keine Tomaten zu Hause habe. Sonntags gehe ich nach Möglichkeit ein Stück Torte oder einen Donut essen—mit Freund*innen oder allein.
Was würden Sie tun, wenn Zeit, Geld und andere Ressourcen keine Rolle spielen würden?
Ich würde mehr Ausstellungsprojekte an Orten realisieren, die ich bei Spaziergängen entdecke, und allen beteiligten Künstler*innen angemessene Honorare zahlen. Ich würde regelmäßig nach Los Angeles, Bangkok und Palma reisen, wann immer mir danach ist und so lange bleiben, wie ich mich danach fühle. Außerdem würde ich gerne in eine Wohnung in Charlottenburg ziehen—so nah am Savignyplatz wie möglich. Falls mir jemand dort etwas anbieten möchte, kann sich die Person gerne melden.
Gab es ein Buch, das Ihre Sichtweise nachhaltig verändert hat—und warum würden Sie es weiterempfehlen?
Ich wurde von meiner Professorin Alfrun Kliems während meines Studiums der Europäischen Literaturen an der Humboldt-Universität auf den tschechischen Philosophen Ladislav Klíma aufmerksam gemacht. Besonders das groteske Romanetto ›Die Leiden des Fürsten Sternenhoch‹ hat mich überrascht und mir während des Master-Studiums Hoffnung gegeben. Texte wie diese zu lesen, hat in mir Gefühle der Freude verursacht. Die Fin-de-Siècle-Literatur inspiriert meine eigenen Texte seitdem.
Außerdem: ›Das Haus der Krankheiten‹ von Unica Zürn.
Was hätten Sie gerne früher gewusst?
Was für eine große Rolle Klasse spielt.
Wo tanken Sie Kraft?
In meinem Bett.
Welches Kunstwerk hätten Sie gern bei sich zu Hause?
Jan van Kessel, ›Die vier Erdteile‹, von der Tafel ›Asien‹, Nummer 10 und 11
Georg Schrimpf, ›Frau mit Esel‹
Eine Skulptur von Hans Arp aus der Werkserie ›Concrétion humaine‹
Welcher Ausstellungsort in Berlin inspiriert Sie?
Oft ist es eher eine gut kuratierte Ausstellung, an die ich mich später erinnere, als nur der Raum oder Ausstellungsort selbst. Die Kombination zählt. Ich fand Isa Genzken in der Neuen Nationalgalerie großartig und Martin Wong im KW. Mir gefallen die Shows in der Galerie NEU. Besonders mag ich aber temporäre Räume, die keine klassischen Ausstellungsorte sind, sowie Ausstellungen oder Events, die von Künstler*innen oder unabhängigen Kurator*innen in solchen Kontexten realisiert werden.
Was fasziniert Sie an Berlin?
Berlin ist eine Stadt, in der ich ständig das Bedürfnis habe, fliehen zu wollen—ihre Energie und Aura ziehen mich aber seit fast 25 Jahren immer wieder zurück. Das muss Liebe sein.
Auf welchen Gegenstand können Sie nicht verzichten?
Pinzette und mein Telefon, wegen der Kamera und der Notizen-App.
Was treibt Sie an?
›High energy, your love is lifting me‹
Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gern ein Gespräch führen—und worüber würden Sie sprechen?
Mit der Person, die meinen Nachnamen in die Familie gebracht hat.
Worauf freuen Sie sich, wenn ein Arbeitstag zu Ende geht?
Mir ungestört ins Gesicht zu fassen.